
- Die 5 Stundenwoche könnte bei Abschaffung des Geldsystems wirklich möglich sein
Viele der heute scheinbar notwendigen Arbeiten erzeugen keinerlei Wohlstand, sondern dienen allein dem Verwalten von Geld und seinen Folgen. In einem Wirtschaftssystem das ohne Geld auskommt, wären sie überflüssig und die Menschen könnten die heute verschwendete Arbeitszeit nutzen, um sinnvolle Produkte und Dienstleistungen hervorzubringen. Da wir momentan schon genug produzieren, könnten wir die vorhandene sinnvolle Arbeit auch einfach auf die vorhandenen Menschen aufteilen und jeder müsste nur noch einen Bruchteil der heutigen Arbeitszeit arbeiten.
Doch selbst wenn die 5-Stunden-Woche nur eine Milchmädchenrechnung ist, so zeigen die folgenden Punkte doch, dass viel weniger Arbeit nötig ist, um im gleichen oder sogar höherem Wohlstand als heute zu leben.
Überflüssige Arbeit durch Geld
Wieviel Arbeiten wären unnötig, wenn es kein Geld gäbe? Wieviel Arbeit könnten sich VerkäuferInnen sparen, wenn sind nicht mehr kassieren müssten? Der gesamte Einzel- und Großhandel würde sich unglaublich vereinfachen. Wieviel Banken bräuchten wir? Wieviel Versicherungen? Das ganze Sozialversicherungssytem wäre genauso überflüssig wie alle Arbeiten zum Eintreiben und Verwalten von Steuern. Die Menschen die ihre Arbeitszeit mit Wertpapierhandel verschwenden, könnten nutzbringende Dinge tun. Wieviel endlose Bürostunden in der Buchhaltungwürden entfallen? NGO’s könnten Menschen helfen oder die Umwelt schützen anstatt einen Großteil ihrer Arbeitszeit in das heutige notwendige Organisieren von Spenden und anderen finanziellen Mitteln zu stecken. Wieviel Menschen könnten statt dem völlig sinnlosen Geldverwalten lieber Produkte erzeugen, die man braucht, oder die einen zumindest glücklich machen? Ganze Berufszweige wären unnötig, und könnten andere produktivere Aufgaben übernehmen.
Weniger sinnlose Produkte
Wer würde noch Werbung machen, wenn man kein Geld mehr verdienen könnte? Warum sollte man Leuten Dinge aufschwatzen, die sie gar nicht brauchen? All die aufgeschwatzen Konsumgüter müssten natürlich auch nicht mehr produziert werden und ihre Hersteller könnten dringendere Aufgaben übernehmen.
Langlebige Güter statt Wegwerfprodukte
Wenn man Geld verdienen will, macht es Sinn etwas zu bauen, das einen Tag nach Ablauf der Garantiezeit kaputt geht. Es ist sogar nötig, um dem Kunden auch im nächsten Jahr wieder etwas verkaufen zu können. Eine geldlose Wirtschaft würde zwecks Minimierung der Arbeitszeit mit ein klein wenig mehr Nachdenken viel langlebigere Produkte schaffen.
Folgen in anderen Wirtschaftsbereichen
Mit dem Wegfall der Arbeit des Geldverwaltens und des Produzierens sinnloser,kurzlebiger Produkte, werden natürlich auch damit verbundene Arbeiten und Vorleistungen entbehrlich. Man braucht z.B. weder Geld/Fahrkarten/Verkaufs-Automaten herzustellen noch Finanzsoftware zu programmieren. Die meisten Verbrechen gibt es nicht mehr, da sie erst durch Geld möglich bzw. lohnenswert werden. Wer sollte stehlen und betrügen, wenn man ohne Geld alles bekommt was man braucht? Daraus folgt weniger Arbeit für die Polizei und die Gefängniswächter. Auch Steuerbetrug wird in einem geldfreien System echt schwierig, da es keine Steuern mehr gibt. Gerichte und Juristen werden genauso entlastet wie Wachmänner, Schaffner und Busfahrer.
Weitere Kettenreaktion oder: Wieviel Arbeit ensteht durch Arbeit
Arbeit macht Arbeit:
- Für die meisten Arbeiten braucht man Hilfsmittel wie Computer, Drucker,Telefone, Papier, Stifte, spezielle Kleidung, Werkzeuge, Maschinen,Fahrzeuge, Bürostühle, Büroräume, Heizungen in Büroräumen, usw…. All diese Dinge müssen hergestellt werden. All diese Dinge müssen gewartet,gesäubert und repariert werden.
- Die meisten Arbeiten verbrauchen Energie für Strom, Heizung und Mobilität. All diese Energie muss erzeugt werden.
- Der tägliche Weg zur Arbeit benötigt Autos, Züge, Busse, Strassen, Energie und Zeit. 20% aller gefahrenen Kilometer in Deutschland werden auf dem Arbeitsweg verbracht, weitere 17% auf Geschäfts- und Dienstreisen.
- Durch unnötig hohe Arbeitszeiten bleibt wenig Zeit übrig um z.B. Essen zu kochen, das Fahrrad zu reparieren oder den Garten zu gießen. Die Folge ist, dass monotone Jobs enstehen bei denen Menschen jeden Tag wieder den ganzen Tag wieder und wieder EINE Tätigkeit ausführen, welche ab und zu eingebettet in einen arbeitsfreien Tag gar nicht als Arbeit wahrgenommen werden würde.
- Die meisten gesundheitlichen Probleme in den Industrieländern enstehen durch Stress, falsche Ernährung, mangelnde Bewegung und einseitige Belastungen. Weniger Arbeit würde Gelegenheit bieten hier gegenzusteuern, was sich in weniger Arbeit für Ärzte, Krankenschwestern und Psychologen niederschlagen würde.
- Bei zuviel Arbeit fehlt die Zeit zur Erholung und selbständiger Weiterbildung woraus eine niedrige Produktivität pro Arbeitsstunde folgt.
- Arbeit erzeugt oft Müll und Umweltbelastungen für deren Beseitigung weitere Arbeit nötig ist.
Sobald Arbeit unnötig wird, wird auch damit verbundene Arbeit überflüssig. Die mit dieser verbundenen Arbeit verbundene Arbeit wird ebenso unnötig und so weiter.
Fazit
Aufgrund der netzartig verbundenen Arbeitsabhängigkeiten ist es schwierig zu bestimmen, wieviel Arbeit mit dem Wegfall des Geldes überflüssig wird. Sicher ist nur, dass wir einen großen Teil unserer Arbeitszeit mit Arbeiten verbringen die keinen Nutzen haben, sondern erst durch eine geldbasierte Wirtschaft künstlich entstehen.
Links
- www.5-stunden-woche.de - Detailierte Berechnungen zur 5 Stundenwoche

Kommentare
5 Stunden
Bei den Ausführungen fallen mir zwei Fragen spontan ein: a: Was bedeutet “sinnvoller”, wichtiger” oder notwendiger (z.B. “Hersteller könnten dringendere Aufgaben”; “produktivere Aufgaben übernehmen”)? Allein der Begriff “produktiv” entsteht im Zusammenhang mit Geld. Wen selbiges abgeschafft wäre, dann könnten kein “produktiveren” Aufgaben o. ä. geben.
b) Wie sieht das mit dem Erwerb von Gütern aus? Geld ist das Tauschmittel dazu. Werden Güter gegeneinander getauscht? Dann stehel ich halt das, was der andere hat. Kriminalität macht sich wohl nicht Geld fest.
Die Idee ist Interessant, aber ich denke es liegen falsche kausale Ketten dem zu Grunde. Gruß Werner
Teilweise richtig.
Sicher ist das alles nachvollziehbar. Aber nicht eingebracht wurden die Vorteile des Geldes, der eben darin besteht, daß ohne die Motivation eine pekünären Vergütung die Ausbeute der Arbeitsleistung dramatisch sinkt. Schon bei Beibehlatung eines Geldsystems mit nur teilweise verstaatlichten/vergesellschafteten wirtschaftsbereichen folgt der Zusammenbruch des gesamten Wirtschaftssystems wegen unwirtschaftlichkeit.
Kommentar hinzufügen