Energie sparen

Ökologische Software-Lizenz von WordWeb

Es gibt Software die man bezahlen muss. Es gibt kostenlose Software. Es es gibt freie Software. Und es gibt Software (“Greenware”), die man benutzen kostenlos darf, wenn man ein wenig die ökologischen Folgen des eigenen Lebensstils bedenkt und verbessert. Die Lizenz des englischen (Synonym)-Wörterbuchs WordWeb erlaubt zum Beispiel die kostenlose Benutzung, wenn man weniger als 4 mal im letzen jahr geflogen ist und kein “Sport Utility Vehicle” fährt:

You may use the program free of charge indefinitely only if
  • You take at most 4 flights (2 return flights) in any 12 month period
  • AND you do not own or regularly drive an SUV (sports utility vehicle).
If you do not qualify you must uninstall the program after the 30-day trial period or purchase WordWeb Pro. The licence is designed to provide a small incentive for people with massively unsustainable emissions to cut down. http://wordweb.info/free/licence.html

Ich finde die Idee super. Auch wenn sich in der Praxis wohl niemand dran hält, wird doch die Aufmerksamkeit des Benutzers auf ein wichtiges Thema gelenkt. Leider listet Wikipedia unter Greenware nur 2 Programme inklusive(!) WordWeb auf und ich habe kein anderes Programm mit einer ähnlichen Lizenz finden können. Falls ich jedoch mal irgendwann ein Programm veröffentlichen sollte, hab ich jetzt ein paar nette Ideen zur Lizenz :-)


Rucola - Importierter Salat und städtisches Unkraut

Rucola wild auf parkplatz und im Biosupermarkt
Wild wachsender Rucola auf dem Parkplatz des Biosupermarktes, wo es Rucola auch eingeschweißt aus Italien importiert gibt

Für 125g Rucola zahlen viele Kunden im (Bio)-Supermarkt bis zu 2 Euro. Rucola schmeckt ja auch intensiv lecker und ist gesund. Da lohnt sich der Kilopreis von 16 Euro pro Kilo durchaus, zumal der in Plastikboxen eingeschweißte Luxussalat meist aus Italien importiert wird und das ganze verfahrene Benzin ja auch bezahlt werden will.

Die Geschichte wird an an dem Punkt lustig, wo man feststellt, dass Rucola auf dem Parkplatz des Supermarktes auch wild wächst. Die auch „Wilke Rauke“ genannte Pflanze ist nämlich ein anspruchsloses (Un-)Kraut, dass auch bei uns super wächst – ohne irgendeiner Art von Pflege.

Zusammenfassung: Menschen asphaltieren Plätze auf denen Rucola von alleine wachsen würde um Parkplätze für die Autos zu schaffen, mit denen sie den aus Italien importierten Rucola nach Hause fahren können.

rucola im blumentopf auf fensterbrett.jpg
Rucola im Blumentopf auf dem Fensterbrett mitten im Januar

Nicht zuletzt aufgrund der Autos scheint mir der gesundheitliche Wert des Parkplatz-Rucolas zweifelhaft, doch als fauler Fensterbankgärtner nutze ich seine Unkrauteigenschaften seit langem um frisches Grün auf den Tisch zu bekommen ohne das Haus zu verlassen. Ein erdgefüllter Blumentopf auf dem Fensterbrett ist fast alles was man braucht - und die Samen natürlich. Von denen bekommt bekommt man als Keimsaat 125g für 3 Euro und hat damit genug um eine Kleinstadt lebenslang mit Rucola zu versorgen, da die Pflanzen sich selber aussähen wenn man einige bis zur Samenbildung stehen bleiben lässt.


Per Fahrrad zur Arbeit fahren und die Wohnung beleuchten

fahrrad mit auspuff
Das definitive Ökofahrrad

Seit Anfang dieser Woche spare ich mir das U-Bahn-Ticket und fahre mit dem Fahrrad die 5 km zur Arbeit und wieder zurück. Es gibt Menschen, die sich für den gleichen Weg jeden Tag ins Auto setzen. Da frage ich mich doch: Wie viel Energie spare ich beim Fahrradfahren im Vergleich zum Auto? Oder konkreter: Wie lange könnte man eine 10Watt Energiesparlampe mit der gesparten Energie brennen lassen?

Ein Liter Benzin liefert 35 MJ fossiler Energie pro Liter. Bei einem angenommenen Verbrauch von 6 Liter pro 100 km ergibt das 2.1 MJ pro km. Das sind rund 583 Wh Wärmeenergie aus denen man im Kraftwerk bei einem Wirkungsgrad von 1:3 ungefähr 194 Wh Strom produzieren könnte. Ich fahre jedem Tag 10 km und der Tag hat 24 Stunden, woraus folgt:

Mit der Energie die man spart, wenn man 10km Autofahrt durch Fahrradfahrt ersetzt, kann man eine 10W-Energiesparlampe 8 komplette Tage leuchten lassen.

Da man Lampen ja nicht am Stück leuchten lassen sollte, sondern nur wenn es nötig ist – sagen wir mal 4 Stunden pro Tag – könnte ich alternativ mein Zimmer feierabends in ein Lichtermeer aus 48 (!) Energiesparlampen verwandeln. Ich sollte das mal ausprobieren…

Auch im Vergleich mit dem Energieverbrauch öffentlicher Verkehrsmittel wie der U-Bahn mit 1,7 Liter pro Fahrgast und 100 km könnte man noch rund 14 Lampen 4 Stunden pro Tag brennen lassen.

Mit meinen Kalorienverbrauch beim Fahrradfahren von 239 Kcal (1 MJ) für meine täglichen 10 km könnte ich bei einem Wirkungsgrad von 1:3 gerade mal 2.3 Energiesparlampen betreiben. Das könnte man per Hometrainer fast schon wirklich realisieren - naja ich nehm dann doch lieber Ökostrom.


LED- und Energiesparlampen im Vergleich

LED-Lampe hat die Helligkeit einer Kerze und ist somit viel dunkler als eine Energiesparlampe
v.l.n.r.: LED (2Watt), Energiesparlampe (11Watt), Glühlampe (60Watt),Kerze (60Watt)

“Können LED-Lampen noch mehr Strom sparen als Energiesparlampen?” fragte ich mich, als ich vor einem Jahr im Conradkatalog von LED-Lampen las. Angeblich sollte eine 2 Watt LED-Lampe genauso hell leuchten wie eine 11Watt Energiesparlampe bzw. eine 60 Watt Glühbirne.

Ich kaufte eine rote, gelbe und weiße LED-Lampe mit normaler 220Volt-E27-Glühbirnenfassung und startete einen einjährigen Praxistest, der leider recht ernüchternd ausfiel: Zwar verbrauchten die LEDs wie angegeben sehr wenig Strom, leuchteten den Raum jedoch eher auf Kerzenniveau aus. Das macht sich gut um in der Nacht den Weg aufs Klo zu finden oder dekorativ/romantisch irgendwo rumzustrahlen, ist aber als normale Zimmerbeleuchtung völlig ungeignet.

Bleibt noch die Frage zu klären, ob man mit der entsprechenden Menge an LED-Leuchten bzw. LEDs innerhalb einer LED-Leuchte eine Energiesparlampe ersetzen und gleichzeitig Energie sparen könnte. Die Messwerte auf Vergleich der Helligkeit zwischen LEDs u. anderen Lichtquellen bestätigen meine Vermutung, dass das momentan nicht der Fall ist. Hoffnung für die Zukunft gibt der Artikel LED-Lampen in der Praxis.


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