
- Wer hat eine größere antioxidative Kapazität: Açai-Drink oder Apfel?
Neue trendy Gesundheitsprodukte werben oft mit einer hohen Konzentration gesunder Inhaltsstoffe und exotischen Zutaten. Nachrechnen zeigt jedoch häufig, dass es viel preiswertere einheimische Alternativen gibt.
Vor kurzem fand ich z.B. einen neuen Gesundheitsdrink im Bioladen dessen positive Wirkungen auf der Frucht der Açai-Palme beruhen. Speziell wurde in einem kleinen Heftchen deren antioxidative Wirkung beschworen. Ein Diagramm der antioxidativen Kapazität zeigte wie die Açaí-Beere andere Früchte auf die hinteren Plätze im Antioxidanten-Olymp verweißt.
Der dickflüssige Drink schmeckt ganz gut, aber beim Preis von 3 Euro fragte ich mich schon, wie ich billiger an die gepriesenen Antioxativen Wirkungen kommen könnte. Das Diagramm zeigte, dass ein Apfel weniger als ein Zehntel der antioxidativen Kapazität der ganzen Açaí-Frucht hat und da setzte ich an:
In dem Drink ist nämlich Açaí-Pulpe verarbeitet und die hat laut Diagramm nur 3.6 mal (154/43) soviel antioxidativen Kapazität wie der Apfel. Im Getränk (0.33 l pro Flasche = rund 330g) sind 20% Açaí-Pulpe enthalten. Die antioxidativen Kapazität der Açaí-Beeren in einer Flasche Açaí-Vitaldrink entspricht daher ungefähr der von 330g x 0.20 x 154/43 = 236g Apfel. Ein großer Apfel kostet selbst im Bioladen weniger als 3 Euro.
Das gesamte Getränk enthält zusätzlich noch andere Fruchtbestandteile wie die Vitamin-C-reichen Acerolabeeren und der Anbau der Açaí-Palme soll den Regenwald schützen usw. weshalb ich den Drink hier nicht schlechtmachen will. Ich glaube sowieso nicht, dass die im Labor gemessenen Werte der antioxidativen Kapazität direkt mit einem gesundheitlichen Nutzen korrelieren. Ich werd trotzdem erstmal nen Apfel essen… zusammen mit Knoblauch im Schokoladenüberzug … oder einem anderen antioxidantienreichen Lebensmittel.


